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Vergleich · Lebensmittelsicherheit

HACCP oder FSSC 22000: Pflicht oder Zertifizierung

Beide als Alternativen zu vergleichen, ist der Denkfehler schlechthin: HACCP ist für jeden Lebensmittelunternehmer gesetzlich vorgeschrieben, FSSC 22000 dagegen ein freiwilliges Zertifizierungsprogramm, das HACCP einschließt. Man wählt nicht zwischen beiden, sondern entscheidet, ob man das ohnehin verpflichtende HACCP um eine anerkannte Zertifizierung ergänzt.

Die kurze Antwort

HACCP ist eine gesetzliche Pflicht: Art. 5 der Verordnung (EG) 852/2004 verlangt von jedem Lebensmittelunternehmer Verfahren, die auf seinen Grundsätzen beruhen – mit oder ohne Zertifizierung. FSSC 22000 ist freiwillig und beruht auf drei Bausteinen – ISO 22000, dem branchenspezifischen Präventivprogramm (PRP) und eigenen Zusatzanforderungen –, sodass es HACCP einschließt und um ein auditierbares, von der GFSI anerkanntes Managementsystem ergänzt. Die eigentliche Frage lautet also nicht „welches?“, sondern ob Sie gegenüber einem Kunden nachweisen müssen, was Sie laut Gesetz ohnehin haben müssen.

Inhalt überprüft am

HACCP
Gesetzlich vorgeschriebenArt. 5 der Verordnung (EG) 852/2004
FSSC 22000
Freiwillige ZertifizierungVersion 6; Audits seit dem 1. April 2024

Im direkten Vergleich


Was jeweils abgedeckt ist

Kriterium HACCP FSSC 22000
Charakter Gesetzliche Pflicht Freiwillige Zertifizierung
Grundlage Codex Alimentarius CXC 1-1969, Revision 2020 ISO 22000 + Präventivprogramme ISO/TS 22002-x + Programmanforderungen
Enthält HACCP Ist HACCP Ja, über ISO 22000
Managementsystem Nicht als solches gefordert Ja, mit Anhang-SL-Struktur
Externes Audit Amtliche Kontrolle der Lebensmittelbehörde Akkreditierte Zertifizierungsstelle
GFSI-Anerkennung Entfällt Ja
Mit anderen ISO integrierbar Nicht direkt Ja, gleiche Struktur wie ISO 9001 und 14001
Geltungsbereich Alle Lebensmittelunternehmer außer Primärproduktion Je nach PRP-Modul: Verarbeitung, Verpackung, Transport, Futtermittel

Wie Sie entscheiden


Was Sie wirklich brauchen

HACCP

HACCP genügt, wenn …

  • kein Kunde eine anerkannte Zertifizierung von Ihnen verlangt
  • Sie regional oder über eigene Vertriebswege verkaufen
  • sich die amtliche Kontrolle auf die Lebensmittelüberwachung beschränkt
  • Ihnen klar ist, dass es das gesetzliche Minimum ist, keine Wahl
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FSSC 22000

Gehen Sie den nächsten Schritt, wenn …

  • ein Händler oder Industriekunde eine GFSI-Zertifizierung fordert
  • Sie exportieren und das System gegenüber Dritten nachweisen müssen
  • Sie bereits andere ISO-Systeme haben und die Struktur teilen wollen
  • Sie ein Managementsystem brauchen, nicht nur einen Gefahrenplan
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Häufige Fragen


Was man uns vor dem Start fragt

Ist HACCP auch für kleine Betriebe Pflicht?

Ja. Art. 5 der Verordnung (EG) 852/2004 gilt für jeden Lebensmittelunternehmer, ausgenommen die Primärproduktion. Die Verordnung erlaubt allerdings Flexibilität bei der Dokumentation, je nach Größe und Risiko des Betriebs.

Kann ich mich nach HACCP zertifizieren lassen?

Manche Stellen stellen HACCP-Zertifikate aus, doch sie sind kein von der GFSI anerkanntes Programm und keiner Systemzertifizierung gleichwertig. Verlangt ein Kunde eine „GFSI-Zertifizierung“, hilft ihm ein HACCP-Zertifikat nicht weiter.

Worin unterscheiden sich ISO 22000 und FSSC 22000?

ISO 22000 ist die Norm für Managementsysteme der Lebensmittelsicherheit. FSSC 22000 ist ein Programm, das sie als Basis nutzt und um das branchenspezifische Präventivprogramm und eigene Zusatzanforderungen erweitert. Dadurch erhält es die GFSI-Anerkennung, die ISO 22000 allein nicht hat.

FSSC 22000, IFS oder BRCGS?

Alle drei sind von der GFSI anerkannt und kommen infrage, wenn ein Kunde eine Zertifizierung verlangt. FSSC passt besonders gut, wenn das Unternehmen bereits mit ISO-Normen arbeitet, weil es die Anhang-SL-Struktur mit ISO 9001 oder ISO 14001 teilt.

Sind Präventivprogramme dasselbe wie HACCP?

Nein – und sie zu verwechseln ist der häufigste Fehler. Präventivprogramme sind die Grundvoraussetzungen – Reinigung, Schädlingsbekämpfung, Instandhaltung, Schulung, Rückverfolgbarkeit –, auf denen HACCP aufbaut. Ein gutes HACCP auf schwachen Präventivprogrammen hält nicht.

Wie viel Mehraufwand bedeutet die Zertifizierung, wenn HACCP schon besteht?

Das hängt davon ab, wie lebendig dieses HACCP ist. Werden die kritischen Kontrollpunkte tatsächlich überwacht und gibt es die Aufzeichnungen, besteht der Schritt vor allem darin, die Ebene des Managementsystems aufzubauen: Politik, Ziele, internes Audit und Managementbewertung.

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Quellen


Woher jede Angabe stammt

Verweise auf den geltenden amtlichen Text. Wird eine Norm überarbeitet, wird diese Seite aktualisiert und das Revisionsdatum entsprechend angepasst.

  1. Verordnung (EG) Nr. 852/2004 über Lebensmittelhygiene, Art. 5 EUR-Lex · 29. April 2004
  2. General Principles of Food Hygiene, CXC 1-1969 (Allgemeine Grundsätze der Lebensmittelhygiene) Codex Alimentarius (FAO/WHO) · Revision 2020
  3. FSSC 22000, Version 6 Foundation FSSC · 31. März 2023
  4. ISO 22000:2018 — Managementsysteme für die Lebensmittelsicherheit ISO · Ausg. 2018

Unterschiede zwischen HACCP und der FSSC-22000-Zertifizierung

HACCP ist ein präventives System, das in der Europäischen Union seit der Verordnung (EG) 852/2004 Pflicht ist: Ihr Artikel 5 verlangt von jedem Lebensmittelunternehmer Verfahren, die auf den sieben HACCP-Grundsätzen beruhen – unabhängig davon, ob eine Zertifizierung vorliegt.

FSSC 22000 ist ein freiwilliges, von der GFSI anerkanntes Zertifizierungsprogramm, das auf ISO 22000, dem jeweiligen branchenspezifischen Präventivprogramm und eigenen Zusatzanforderungen aufbaut. So bettet es HACCP in ein Managementsystem ein, das von einer akkreditierten Stelle auditiert werden kann.